DFG-Forschergruppe

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

DFG-Forschergruppe „Wissensordnungen“

Lokale Generierung handlungsrelevanten Wissens am Beispiel lokaler Strategien und Maßnahmen gegen den Klimawandel


In Kooperation zwischen Ingenieur- und Sozialwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen wird der Frage nachgegangen, inwieweit es von stadtspezifischen Bedingungen abhängt, dass bestimmte verfügbare Wissensbestände in politischen Entscheidungen aufgegriffen oder auch erst entwickelt werden und andere nicht. Wir gehen davon aus, dass lokale Problemdefinitionen, Handlungsorientierungen und Problemlösungsstrategien von einer „Deutungs-“ und „Wissenswahl“ abhängen, in der zum Ausdruck kommt, was in spezifischen örtlichen Kontexten als sachlich und normativ angemessen gilt. Es wird untersucht, wie solche Standards normativer und sachlicher Angemessenheit in einem je spezifischen örtlichen Kontext generiert, reproduziert und in Frage gestellt werden.

Bei diesen Prozessen einer „Deutungs-“ und „Wissenswahl“ treten in Städten Unterschiede auf. Entgegen der vielfach behaupteten Konvergenz der Städte gehen wir davon aus, dass die spezifische Kombination von Wissen in einer Stadt in der Differenz zu anderen Städten eine wesentliche Ursache für die Varianz städtischer Politik ist. Eine Wissenslücke (ob gewollt oder ungewollt) oder die Dominanz bestimmter Wissensformen hätte demnach unmittelbar Auswirkungen auf politische Entscheidungen (die „Handlungswahl“).

Es ist das Ziel der Forschergruppe, die Muster der Generierung handlungsrelevanten Wissens zu entschlüsseln. Die empirischen Untersuchungen konzentrieren sich auf die Städte Frankfurt, München und Stuttgart und die Frage, welche Strategien im Umgang mit dem Klimawandel in den lokalen Handlungsfeldern der Verkehrsplanung und -entwicklung, der Entwicklung von Bauland für Neubauprojekte (Flächenmanagement) sowie der energetischen Sanierung des privaten Gebäudebestands verfolgt und welche Maßnahmen umgesetzt werden.


Teilprojekte:

  • „Lokale Generierung handlungsrelevanten Wissens – am Beispiel lokaler Strategien und Maßnahmen gegen den Klimawandel“
    Prof. Dr. Hubert Heinelt
    Z-Projekt
  • „Lokale Formierung handlungsrelevanten Wissens im europäischen Kontext“
    Prof. Dr . Michèle Knodt
    Teilprojekt „EU-Kontext“
  • „Lokale Strategien zu Klimaschutz und Klimaanpassung in Flächenmanagement und Immobilienwirtschaft“
    Prof. Dr.-Ing. Hans Joachim Linke und Prof. Dr. Andreas Pfnür
    Teilprojekt „Flächenmanagement und Immobilienwirtschaft“
  • „Städtewettbewerb, Städtenetze und lokales Politiklernen im Klimawandel“
    Prof. Dr. Arthur Benz
    Teilprojekt „Städtewettbewerb und Städtenetze“
  • „Städtische Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement“
    Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze
    Teilprojekt „Verkehr“
  • „Verwaltungsalltag: Die Generierung von Wissen in der Planungs- und Umweltverwaltung“
    Prof. Julian Wékel und Dr. habil. Karsten Zimmermann
    Teilprojekt „Verwaltungsalltag“