Flächenmanagement

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Lokale Generierung handlungsrelevanten Wissens – am Beispiel lokaler Strategien und Maßnahmen gegen den Klimawandel in Flächenmanagement und Immobilienwirtschaft


Angesichts der Dringlichkeit von Klimaschutz- und Klimaanpassungsinvestitionen bei gleichzeitigem Finanzierungsengpass ist die Effizienz der Maßnahmen von herausragender Bedeutung. Dabei sind in der Stadtentwicklung die Handlungsfelder Flächenmanagement und Immobilienwirtschaft zentral für erfolgreiche Strategien im Umgang mit dem Klimawandel.

In dem Projekt „Lokale Strategien zu Klimaschutz und Klimaanpassung in Flächenmanagement und Immobilienwirtschaft“ wird untersucht, wie im Flächenmanagement und in der Immobilienwirtschaft auf kommunaler Ebene die Mobilisierung und Auswahl aus dem verfügbaren Wissensangebot zum Klimawandel erfolgt und lokal handlungsleitende Wissensordnungen formiert werden, und wie sich daraus Entscheidungen und konkrete Handlungen ergeben. Ansatzpunkte dafür bietet die kommunale Planungs- und Umweltverwaltung, welche fachliche Grundlagen vorbereitet, die sowohl die räumliche Verteilung als auch fachlich-inhaltliche Anforderungen an Neubau und Bestand (z.B. Angebot regenerativer Energieversorgung, Energieeffizienz, bauliche Qualitäten) beinhalten. Die auf dieser Basis getroffenen (klima-)politischen Entscheidungen in der Kommune bilden wiederum den Rahmen für die Tätigkeit der Investoren im Immobilienbereich (Standortentscheidungen, Entscheidungen zur energetischen Sanierung, Qualitätsfragen Neubau und Bestand etc.). Hinzu kommen spezifische kommunale Anreize und Förderprogramme, die die Umsetzung der Klimapolitik unterstützen sollen.

In dem Projekt werden in Frankfurt, München und Stuttgart Projektentwicklungen im Gewerbe- und Wohnbereich und Maßnahmen der Bestandsentwicklung jeweils sowohl hinsichtlich der öffentlichen als auch der privaten Seite analysiert. Die forschungsleitende These für die Untersuchung lautet, dass die Auswahl aus den zur Verfügung stehenden Instrumenten zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels in den Städten je nach vorherrschender Wissensordnung unterschiedlich erfolgt und sich somit auch die finanzielle Lastenverteilung zwischen Eigentümern, Nutzern und der öffentlichen Hand sowie die Effizienz der Maßnahmen unterscheidet.

Neben der theoriegeleiteten Forschung hat das Projekt zum Ziel, für die lokale Politik Designprinzipien für das Prozessmanagement von Klimaschutzinvestitionen zu formulieren, welche insbesondere die wirtschaftliche Situation der privaten Akteure und der öffentlichen Hand, die lokalen Immobilienmarktverhältnisse sowie die technologischen Voraussetzungen der Immobilienbestände berücksichtigten und damit zu einer effizienten Umsetzung der Klimapolitik auf kommunaler Ebene beitragen können.


Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Joachim Linke und Prof. Dr. Andreas Pfnür
Wissenschaftliche Mitarbeit:Dipl. Wirtsch.-Ing. Marina Hofmann, Dipl.-Ing. Architekt Nikolas Müller und Dipl.-Ing. Christoph Stankiewicz