Städtewettbewerb

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Städtewettbewerb, Städtenetze und lokales Politiklernen im Klimawandel

Stadtpolitik ist eingebunden in überlokale Kontexte. Für Reaktionen auf den Klimawandel ist dabei besonders der internationale Kontext relevant. Der internationale Kontext konstituiert sich durch Entscheidungen transnationaler Institutionen und durch Interdependenzverhältnisse, in denen Städte stehen. Letztere stehen im Mittelpunkt dieses Teilprojekts. In ihm wird untersucht, ob und wie sich Wettbewerbe und Netzwerke zwischen Städten auf die Chancen des Politiklernens, im Sinne der Generierung neuen Wissens und Umsetzung neuer Strategien, auswirken. Die drei Städte, die in der ersten Phase der Forschergruppe untersucht werden, stehen wie fast alle Großstädte einerseits im wirtschaftlichen Standortwettbewerb, zum anderen konkurrieren sie um die Entwicklung von „best practices“ im Klimawandel, schließlich kooperieren sie in unterschiedlichen Städtenetzwerken, die dem Erfahrungsaustausch und damit der Politikinnovation und -diffusion dienen.

Mit der Untersuchung soll herausgefunden werden, welche Typen von Interaktionsstruktur auf der internationalen Ebene lokale Diskussionen und Strategien zur Bewältigung des Klimawandels vorrangig prägen, also welchen dominanten „frame of reference“ sie erzeugen und welche Wirkungen sie auf die Generierung und Anwendung von Wissen in der städtischen Klimapolitik ausüben. Im Vergleich der drei Städte soll ferner erforscht werden, wie sich die Stellung der einzelnen Städte in den jeweiligen überlokalen Interaktionsstrukturen auswirkt und ob bzw. wie die Effekte von Städtenetzwerken und Städtewettbewerben von spezifischen lokalen Politikstrukturen (politische Mehrheitsverhältnisse, Organisation und Koordination der relevanten Verwaltungsaufgaben, öffentlich-private Kooperation, regionale Politikverflechtung) der drei Städte beeinflusst werden.


Projektleitung: Prof. Dr. Arthur Benz
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Jörg Kemmerzell