Verkehr

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Städtische Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement


Verkehrsplanung und -entwicklung ist ein Politikfeld, in dem trotz eines breiten gesellschaftlichen Konsenses über die Problemlage eine große Diskrepanz zwischen programmatischem Anspruch und Umsetzung in die Realität besteht. Trotz des Wissens über mögliche Einflüsse des Verkehrs auf das Erdklima und vor allem des Wissens um Wirkungen bestimmter Maßnahmen der Verkehrsplanung und -entwicklung kommen konkrete lokale Aktivitäten gegen den Klimawandel im Verkehrssektor nur langsam voran. Die Analyse der diesen Befund bedingenden Strukturen und Prozesse ist Gegenstand dieses Forschungsprojekts. Von besonderem Interesse sind dabei Zielkonflikte, die sowohl zwischen den verschiedenen Ansätzen zum Klimaschutz, als auch zwischen anderen Belangen (z.B. Sicherung der Mobilität, Wirtschaftsförderung) sowie Zielen und Rationalitäten anderer Politikfelder oder zwischen politischen Einstellungen von entscheidungsrelevanten städtischen Akteuren bestehen.

Unsere Forschergruppe geht davon aus, dass Unterschiede in den Wissensbeständen und im Generierungsprozess des Wissens der Städte die Unterschiede in den Policy-Outcomes erklären können. Wenn Wissen in den jeweiligen lokalen Kontext übertragen wird, können spezifische lokale Rahmenbedingungen, wie z.B. die Topographie, etablierte Netzwerke oder die Struktur der Stadtverwaltung, die sich von Stadt zu Stadt unterscheiden, aber durchaus auch Ähnlichkeiten aufweisen können, diesen Generierungsprozess maßgeblich beeinflussen.

Ziel dieses Teilprojekts ist es, anhand von in interdisziplinärer Kooperation durchgeführten Studien in den drei Städten Frankfurt am Main, Stuttgart und München zu ergründen,

  • wie verkehrsbezogenes, klima- und umweltrelevantes Wissen in Städten generiert wird,
  • welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Prozess in verschiedenen Städten aufweist,
  • welche stadtspezifischen Bedingungen dabei zum Tragen kommen und
  • wo die Ursachen für den spezifischen Umgang mit verkehrsrelevantem Wissen liegen und
  • welche Rolle in den Städten vorherrschende Wissensordnungen dabei spielen.

Defizite in der lokalen Generierung von Wissen im Verkehrssektor sollen aufgezeigt, Voraussetzungen für einen an örtliche Bedingungen angepassten Generierungsprozess formuliert und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Die Ergebnisse sollen auch Antworten auf die Frage liefern, wie stadt-spezifische Bedingungen besser in die Verkehrsforschung Eingang finden können.


Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze
Wissenschaftliche Mitarbeit: Stefan Groer, M.Sc.