Z-Projekt

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Lokale Generierung handlungsrelevanten Wissens – am Beispiel lokaler Strategien und Maßnahmen gegen den Klimawandel


In Kooperation zwischen Ingenieur- und Sozialwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit es von stadtspezifischen Bedingungen abhängt, dass bestimmte verfügbare Wissensbestände in politischen Entscheidungen aufgegriffen oder auch erst entwickelt werden – und andere nicht. Die Forschergruppe geht davon aus, dass lokale Problemdefinitionen, Handlungsorientierungen und Problemlösungsstrategien von einer „Deutungs-“ und „Wissenswahl“ abhängen, in der zum Ausdruck kommt, was in spezifischen örtlichen Kontexten als sachlich und normativ angemessen gilt. Es wird untersucht, wie solche Standards normativer und sachlicher Angemessenheit in einem je spezifischen örtlichen Kontext generiert, reproduziert und in Frage gestellt werden. Bei diesen Prozessen einer „Deutungs-“ und „Wissenswahl“ treten in Städten Unterschiede auf. Entgegen der vielfach behaupteten Konvergenz der Städte gehen wir davon aus, dass die spezifische Kombination von Wissen in einer Stadt in der Differenz zu anderen Städten eine wesentliche Ursache für die Varianz städtischer Politik ist. Eine Wissenslücke (ob gewollt oder ungewollt) oder die Dominanz bestimmter Wissensformen hätte demnach unmittelbar Auswirkungen auf politische Entscheidungen (die „Handlungswahl“). Es ist das Ziel der Forschergruppe, die Muster der Generierung und Veränderung handlungsrelevanten Wissens zu entschlüsseln.

Das Z-Projekt arbeitet für die gesamte Forschergruppe in den drei Städten die grundlegende Verständigung über handlungsleitende Orientierungen für Aktivitäten gegen den Klimawandel auf, die sich in Strategie- und Konzeptpapieren niederschlagen und konzeptionell auf der Ebene von „constitutional choice“ anzusiedeln sind, untersucht aber auch verbindliche Entscheidungen von Ratsgremien oder Vereinbarungen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren, die der Ebene der „collective choices“ zuzuordnen sind.


Projektleitung: Prof.Dr. Hubert Heinelt
Wissenschaftliche Mitarbeit: PD Dr. Wolfram Lamping