Kriminalliteratur

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Am Tatort: Städtische Eigenlogik im Medium zeitgenössischer Kriminalliteratur


Leitung: Prof. Dr. Julika Griem

wiss. MitarbeiterInnen: Janneke Rauscher und Christoph Rosenbusch


Das Projekt stellte sich die die Aufgabe, die Ausprägung eigenlogischer Strukturen im Bereich der literarischen Repräsentation von Städten zu analysieren. Am Beispiel von Kriminalromanen wurde untersucht, ob und wie die literarischen Inszenierungen städtischer Lebenswelten auf das Reservoir der präreflexiven Einstellungen zurückzuführen sind, die Städte zu eigenlogisch verfassten Sinnzusammenhängen machen.


Aufgrund ihrer serialisierten Formate bot Kriminalliteratur ein hierfür besonders geeignetes Material: Mit Serien, in denen Städte über mehrere Romane hinweg und oft in Form von Städtekonkurrenzen in Szene gesetzt werden, ließen sich Reproduktionslogik und relationale Qualität ortsspezifischer Strukturelemente im Medium „Literatur“ erforschen. Zudem florierte das Subgenre des Stadtkrimis: Derzeit waren mehr als 20 Dortmund- und 40 Birmingham-Krimis greifbar; Frankfurt am Main und Glasgow bildeten den prägnant inszenierten Schauplatz von jeweils mindestens 60 Kriminalromanen; Leserdiskussionen im Internet boten Einblick in lokale Identifikationsbedürfnisse; Städte erkennen, dass sich mit Bestsellern Standortwerbung betreiben ließ.


Als wirkungsmächtige Gesellschaftsromane, die auf spannende Weise Wissen vermitteln, konnten Stadtkrimis explizieren, was ihre urbanen Schauplätze zu jeweils spezifischen Handlungsräumen und Erfahrungswelten machte: Hier wurden nicht nur gattungstypische Schemata variiert, sondern es kristallisierte sich auch ortsspezifische Sinnproduktion in Form unterscheidbarer Praktiken der Imagination und des Erzählens heraus.

Die zugehörige Publikation finden Sie hier.