Problemdiskurse

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Problemdiskurse: Eigenlogik der Städte und politische Agenda


Leitung: Prof. Dr. Hubert Heinelt, Prof. Dr. Michael Haus und Prof. Dr. Petra Gehring

wiss. MitarbeiterInnen: Marlon Barbehön, Andreas Großmann und Sybille Münch


Das Projekt untersucht vergleichend die einer Stadt eigenen Formen der politikwirksamen Problematisierung von Themen sowie Prozesse des lokalen Agenda-Settings. Was als Problem einer Stadt auf die politische Agenda kommt, konstituiert sich diskursiv aus Praktiken unterschiedlicher Akteure. Das Projekt untersucht vergleichend die Kommunikation in Frankfurt am Main, Dortmund, Birmingham und Glasgow zu Themen, die als stadtspezifische „Probleme“ gelten. Die forschungsleitenden Hypothesen sind, dass Städte (1) Unterschiedliches als ihr/-e Problem/-e wahrnehmen, (2) als Ergebnis ineinandergreifender Handlungsmuster auf unterschiedliche Weise selektiv operieren sowie (3) unterschiedliche Formen des diskursiven Umgangs mit Problemen und damit auch deren Bearbeitung ausbilden.


Ziel des Projekts ist die Herausarbeitung von Thematisierungsformaten (z. B. Stilisierung des Stadtbezugs als selbst- oder fremdverursacht), von Formen der Filterung und Reformulierung des Thematisierten in etwas politisch zu Entscheidendes sowie die Art der politischen Bearbeitung (Verantwortungszuschreibung, Entscheiden/Nichtentscheiden) von Problemen als Teil einer Eigenlogik der untersuchten Städte. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Thematisierungsschwellen (also Formen und Umständen des Auftauchens bzw. Verschwindens von Problemdiskursen), auf Zeitstrukturen sowie auf typischen Narrativen, die die Stilisierung der Problemlage selbst sowie diejenige von Konflikten und Entscheiden/Nichtentscheiden begleiten.

Die aktuelle Publikation finden sie hier.