Infrastrukturen

Headerbild: Residenzschloss Darmstadt. Fotograf: Katrin Binner.

Teilprojekt Infrastrukturen

Städtische Ver- und Entsorgungssysteme strukturieren einen Großteil gesellschaftlicher Stoffströme und sind ein zentrales Handlungsfeld der Stadt- und Infrastrukturplanung. Das Forschungsvorhaben zur nachhaltigen Entwicklung städtischer Infrastrukturen widmet sich der intersektoralen Koordination der Energie- und Wasserversorgung sowie der Abwasser- und Abfallentsorgung im Spannungsfeld konvergenter, raumübergreifender Sektortrends und städtischer Entwicklungslogik. Anliegen ist es, das Verständnis für intersektorale Schnittstellen und Wirkungszusammenhänge zwischen verschiedenen Infrastrukturen zu erweitern und den Einfluss stadtspezifischer Muster und Praktiken zu erforschen. Im Ergebnis zielt die systematische Untersuchung der technischen, betrieblichen und regulativen Verflechtungen zwischen den Infrastrukturen darauf ab, wichtige Erkenntnisse für die Erneuerung der Systeme und die Nachhaltigkeitsforschung zu liefern.

Das Forschungsvorhaben „Technische Infrastrukturen“ ist Teil des DFG-Forschungsverbundes „Nachhaltige Entwicklung von Städten“ an der TU Darmstadt, der nachhaltigkeitsbezogene Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse von Städten am Beispiel von Mainz und Wiesbaden untersucht.

Konzeptioneller Rahmen

Das Projekt knüpft an die raumwissenschaftliche Infrastrukturforschung sowie Debatten zur Innovation sozio-technischer Regime in Städten an. Mittels einer Literaturauswertung werden Forschungshypothesen zur nachhaltigen Entwicklung städtischer Infrastrukturen konkretisiert, die aktuelle Herausforderungen städtischer Infrastrukturen zwischen Liberalisierungs- und Privatisierungstrends einerseits sowie umwelt- und sicherheitspolitischen Forderungen nach integrativer Koordination der Sektoren andererseits verorten.

Intersektorale Kopplungen in der Infrastrukturversorgung kleiner Großstädte

Die empirische Basis bilden Experteninterviews in 25 ausgewählten deutschen Großstädten. Die Befragung von Experten der vier Infrastruktursektoren sowie der Stadt- und Umweltplanung ermöglicht, den Stand und die Entwicklungspotenziale intersektoraler Koordination der städtischen Ver- und Entsorgung (im Energie-, Wasser-, Abwasser- und Abfallbereich) zu erheben. Darüber hinaus werden betriebliche und planerische Möglichkeiten einer verbesserten Koordination analysiert sowie Handlungs- und Innovationsmuster identifiziert.

Vergleichende Untersuchung in ausgewählten Fallstädten

Die Erkenntnisse der Expertenbefragung werden in einem dritten Analyseschritt hinsichtlich der Verknüpfung kritischer Infrastrukturen und dem Innovationsverhalten der städtischen Ver- und Entsorgung vertieft. Anhand von Fallstudien in ausgewählten Städten wird überprüft, welchen Einfluss stadtspezifische Kontexte auf die integrierten Infrastrukturplanungen haben und inwiefern sich die intersektorale Koordination von kritischen Infrastrukturen und Innovationsstrategien unterscheiden. Aus den Ergebnissen werden Schlussfolgerungen für die nachhaltige Entwicklung städtischer Ver- und Entsorgungssysteme abgeleitet.

Laufzeit: 10/2012 bis 09/2015

Projektleiter: Prof. Dr. Jochen Monstadt

MitarbeiterInnen: Dr. Martin Schmidt, Dr. Antje Matern (bis 03/2015)