Stadtmarketing

Luftbild Innenstadt Darmstadt mit Residenzschloss. Fotograf: Nikolaus Heiss

Die Inszenierung des Ganzen: Stadtmarketing und die Eigenlogik der Städte


Leitung: Prof. Dr. Helmuth Berking und Dr. Sybille Frank

wiss. Mitarbeiter: Johannes Marent und Ralph Richter


Für den Projektverbund „Eigenlogik der Städte“ übernimmt das Teilprojekt die Aufgabe, die professionellen Selbstdarstellungen Dortmunds, Frankfurt am Mains, Birminghams und Glasgows zu analysieren. „Stadtmarketing“ bezeichnet ein Feld institutioneller Praxis, dem im Zeichen internationaler Städtekonkurrenz die doppelte strategische Funktion zukommt, die Individualität einer Stadt in Szene zu setzen und ihr durch Dauerintervention in der globalen Ökonomie Aufmerksamkeit zu sichern. Die Qualifikationsanforderungen an die hier tätige Berufsgruppe werden in Hochschulen und Universitäten vermittelt, es gibt Standards und formale Verfahren, die gelernt werden wollen und von außen beschrieben werden können. Alle Beteiligten können und tun mehr oder weniger das Gleiche.


Das typische Produkt freilich, die kohärente Kombination von Images, Narrativen, Traditionsbezügen, Zukunftsentwürfen, „signature buildings“ und kulturellen Dispositionen zum „Bild“ dieser Stadt, verweist auf ein Relevanzmuster ganz eigener Art. Stadtmarketing, so die These, ist eine besondere, professionelle Praxis der Verdichtung und Verschiebung, die Übersetzung und Umschreibung dessen, was vor Ort der Fall ist. Keiner Marketingstrategie ist es gegeben, das Bild einer Stadt jenseits und unabhängig von der spezifischen kumulativen Textur dieser Stadt auf Dauer zu stellen. Es ist dieser unauflösliche Nexus von Inszenierung des Eigenen und von Eigenem, der die vergleichende Analyse der Produkte des Stadtmarketings zu einem aussichtsreichen Ansatz für die Erfassung städtischer Eigenlogik werden lässt.

Siehe auch hier.