Laufende Projekte

Laufende Forschungsprojekte

Folgende Forschungsprojekte werden momentan von Mitgliedern der AG Interdisziplinäre Stadtforschung bearbeitet:

Fachbereich 02: Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften

Kommunale Klimaanpassung im Vergleich – Die Diffusion von Politikinnovationen

Leitung: Prof. Dr. Kai Schulze & Institut Wohnen und Umwelt (IWU)

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Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel gelten als unvermeidlich und bilden neben dem Klimaschutz eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Den Städten und Gemeinden kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu, da hier geeignete Anpassungsmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden müssen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wie Innovationen in der kommunalen Klimaanpassung und ihre Verbreitung gefördert werden können, eine zunehmend größere Bedeutung. Das Projekt konzentriert sich auf den zweiten Teil dieser Frage indem es untersucht, wie die Verbreitung bzw. Diffusion innovativer kommunaler Klimaanpassungspolitik erklärt und damit am besten gefördert werden kann. Obwohl die Diffusion aktuell als besonders erfolgversprechende Form der klimapolitischen Steuerung gepriesen wird, wissen wir noch erstaunlich wenig über ihre Funktionsweise und die zugrundeliegenden kausalen Mechanismen. Dies gilt besonders für den Bereich der Klimaanpassung und die lokale Politik außerhalb von Großstädten.

Vor diesem Hintergrund zielt das beantragte Projektvorhaben zunächst darauf ab, den gegenwärtigen Stand der lokalen Klimaanpassungspolitik in den hessischen Kommunen festzustellen. Zudem sollen einschlägige Formen der interkommunalen Interaktion identifiziert werden, um besser zu verstehen wie Diffusionsprozesse funktionieren. Das Flächenland Hessen bietet sich als Fallstudie besonders an, da es mit nur 5 Großstädten bei 421 Klein- und Mittelstädten sowie Gemeinden ohne Stadtrechte bezüglich seiner Verwaltungs- und Siedlungsstruktur die kommunale Vielfalt in Deutschland vergleichsweise gut widerspiegelt. In einem weiteren Schritt sollen dann auf Grundlage der erzielten Erkenntnisse konkrete Empfehlungen zur gezielten Unterstützung von Diffusionsprozessen in der Klimaanpassungspolitik entwickelt werden.

Laufzeit: 2019 – 2021

Der öffentliche Gesundheitsdienst in Thüringen – Bestandsanalyse, Aufgabenkritik und Reformvorschläge

Leitung: Prof. Dr. Nathalie Behnke

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Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist in Thüringen eine kommunale Aufgabe. Die Landkreise und kreisfreien Städte betreiben 22 Gesundheitsämter. In den vergangenen Monaten und Jahren ist der ÖGD ins Blickfeld der öffentlichen Aufmerksamkeit und Kritik geraten, da ein massiver Personalmangel es den Ämtern zunehmend erschwert, ihre Aufgaben angemessen zu erfüllen. Das Problem des Personalmangels rührt wesentlich aus zwei Quellen, die nur bedingt im kommunalen Handlungsspielraum liegen. Einerseits handelt es sich um ein finanzielles Problem, da Ärzte im ÖGD nach dem Tarifvertrag der Länder (im Fall Thüringen: TV-L Ost) bezahlt werden und damit die Gehälter mit Gehältern oder Einkommen in Krankenhäusern tätiger oder niedergelassener Ärzte nicht konkurrenzfähig sind. Die Kommunen müssen selbst für die Gehälter aufkommen, für die sie zwar im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleichs vom Land Schlüsselzuweisungen erhalten. Ob diese Schlüsselzuweisungen kostendeckend sind, ist jedoch unklar. Auch ein Förderprogramm des Landes für Gehaltszulagen stößt an die Grenzen der kommunalen Finanzkraft, da solche Zulagen durch die Kommunen ko-finanziert werden müssen. Die Thüringischen Kommunen gehören aber im bundesweiten Vergleich zu den finanzschwächsten.

Andererseits handelt es sich um ein Problem, überhaupt Personal zu gewinnen. Angesichts des demografischen Wandels, der den öffentlichen Dienst bereits voll erfasst hat, und der bei Ärzten noch gravierender ist als bei anderen Berufen, stehen öffentliche Arbeitgeber in harter Konkurrenz mit Privaten um die knappe Ressource qualifizierter Arbeitskräfte. Hier müssen Lösungen gefunden werden, wie die Landkreise und Städte ihre Attraktivität als Arbeitgeber stärken können, um neues Personal zu rekrutieren bzw. vorhandenes Personal zu halten und fortzubilden.

Zielsetzung ist die Erarbeitung einer Bestandsanalyse und von Lösungsvorschlägen für das Land und die Kommunen. Die Studie basiert einerseits auf vorhandenen Individualdaten zur personellen und materiellen Ausstattung der Gesundheitsämter, die vom Landesverwaltungsamt zusammengestellt wurden; andererseits auf einer Serie leitfadengestützter Interviews mit Personal in den Gesundheitsämtern, um einer differenzierte Problemanalyse vorzunehmen und Ansätze für Lösungsmöglichkeiten mit den direkt Betroffenen zu erarbeiten.

.Projekt im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASFFG), Projektlaufzeit März 2019 bis August 2019. Projektleitung: Nathalie Behnke, Mitarbeit: Matthias Zimmermann.

Laufzeit: 2019

Kiez in der Tourismusfalle?

Leitung: Prof. Dr. Sybille Frank & Prof. Dr. Kristin Wellner (TU Berlin)

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Städtetourist/-innen beschränken sich in jüngerer Zeit nicht mehr nur auf die Besichtigung klassischer Sehenswürdigkeiten, sondern sie begeben sich verstärkt auf die Suche nach dem lokalen, ‚authentischen‘ Lebensgefühl vor Ort. Dies schließt zunehmend auch Übernachtungen in innerstädtischen Kiezen ein. Im Projekt wird untersucht, ob und wie die wahrgenommene Wohnqualität von Anwohner/-innen in vier Berliner Wohnquartieren durch unterschiedliche Dichten (in)formeller Übernachtungsangebote beeinflusst wird.

Berlin hat sich seit den 1990er Jahren auf Tourismus als Wirtschaftssektor spezialisiert und hier seitdem höchste Wachstumsraten erzielt. Zudem zeichnet sich Berlin durch einen dynamischen Immobilienmarkt mit hohen Preissteigerungen aus. Auf der Mikroebene untersucht das Projekt, ob und wie sich die Wohnqualität von Anwohner/-innen durch zunehmenden Tourismus verändert hat und welche Narrative zur Erklärung dieser wahrgenommenen Veränderungen herangezogen werden. Hierzu werden leitfadengestützte qualitative Interviews mit Anwohner/-innen durchgeführt. Das gewonnene Material wird in einem zweiten Schritt in quartiersinternen Fokusgruppen zusammengeführt, verglichen und plausibilisiert. Parallel dazu werden auf der Mesoebene Angebots-, Nachfrage- und Mietpreisverschiebungen anhand vorliegender Marktdaten analysiert sowie eine Kartierung der Nutzungsarten in den jeweiligen Quartieren heute und vor zehn Jahren vorgenommen. Die gewonnen Daten werden zu den durch Anwohner/-innen wahrgenommenen Veränderungen in Bezug gesetzt, um Interviewaussagen validieren sowie Diskrepanzen erkennen und diesen im Rahmen der Fokusgruppen genauer nachgehen zu können. Auf der Makroebene nimmt das Projekt die Rolle des öffentlichen Diskurses über Tourismus in den Fokus. Mittels einer Medienanalyse werden Zeitungen und stadtpolitische Blogs ausgewertet, um den möglichen Einfluss dortiger Diskurse auf die Wahrnehmung von Wohnqualität in den Quartieren erkennen zu können. Die erzielten Forschungsergebnisse werden sowohl im Rahmen eines öffentlichen Open Space als auch über Publikationen präsentiert.

Laufzeit: 2018 – 2021

Conditions for Institutional and Cultural Innovation in German and Greek cities (CICI)

Leitung: Prof. Dr. Hubert Heinelt & PD Dr. Björn Egner

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CICI is an ongoing research project (from April 2018 to March 2021) at Technische Universität Darmstadt carried out in collaboration with the National and Kapodistrian University of Athens. Some cities manage to mobilize innovation potentials and respond to challenges like demographic change and immigration as well as economic restructuring, while others do not. The research project address the problem of lacking innovation and how it can be solved by asking the following question: What are the conditions for the development of cultural and institutional innovation in local government and local civil society?

To answer this question, i.e. to identify these conditions, a comparison of five German and five Greek cities is carried out. These cities are selected because they are perceived by the respective local community as well as in the German resp. Greek debate as success cases of innovation in local government and local civil society.

From this perspective it is also reasonable to define innovation not in an abstract and general way but to contextualise the definition of innovation, i.e. to take the notion (meaning) of innovation seriously into account which has emerged in the context of a given case (the city or the particular country). Such an approach requires a qualitative research.

Research findings will be concrete outcomes (like reflections about the formation, functioning and effects of networks, as for example ‘Innovathens’ or ‘Impact Hub’ in Greece). These findings will be discussed and disseminated in both countries with partners who have strong links to possible end-users (municipalities and other local actors). Furthermore, dissemination is also planned across a wider international context – such as countries in the Black Sea region and China.

Laufzeit: 2018 – 2021

Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren

Leitung: PD Dr. Sebastian Haumann & Prof. Dr. Dieter Schott

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Der Wandel der Großsiedlungen von Laboratorien der Moderne zu sozialen Brennpunkten koinzidierte mit dem sozioökonomischen Strukturbruch und dem Wertewandel, die als charakteristische Merkmale der 1970er Jahre gelten. In dem Wandel, den die Großsiedlungen durchliefen, wirkte eine gesellschaftliche Umwertung von Wohnpräferenzen mit tiefgreifenden sozialstrukturellen Veränderungen zusammen.

Die Ablehnung der Großsiedlungen, die aus einer zunehmenden Modernekritik resultierte, überlagerte sich mit neuen Phänomenen der Armut, Migration und neuen Familienstrukturen, die sich in Verschiebungen auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machten. Zudem waren die Großsiedlungen von den ökonomischen Umbrüchen der 1970er Jahre besonders betroffen: die Kritik an den Siedlungen konnte auf unvollständige Infrastruktur und mangelnde Instandhaltung verweisen. Nichtsdestotrotz bildeten sich in den Großsiedlungen funktionsfähige lokale Gemeinschaften; auf diesen Sachverhalt hat die jüngere Forschung wiederholt hingewiesen. Allen widrigen Umständen zum Trotz, bauten Bewohnerinnen und Bewohner zivilgesellschaftliche Strukturen und ein Gemeinwesen auf, das bauliche, sozialstrukturelle und ökonomische Schwierigkeiten teilweise auffangen konnte und sich der gesellschaftlichen Abwertung entgegenstemmte.Die Untersuchung des Wandels, dem Großsiedlungen unterworfen waren, verspricht für die Erforschung und Interpretation der 1970er Jahre wichtige neue Erkenntnisse. Insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen der negativen Außenwahrnehmung der Siedlungen einerseits und dem Entstehen von funktionsfähigen Formen der Vergemeinschaftung in den Siedlungen andererseits wirft Fragen auf. Die negative Bewertung, die durch die sozialstrukturelle Entwicklung verstärkt wurde, war Ausgangspunkt und Basis für neue Formen der Vergemeinschaftung, die sich in Reaktion auf diese Abwertung und die Massierung sozioökonomischer Problemlagen herausbildeten. Damit gibt die Untersuchung von Großsiedlungen Einblick in die Genese einer spezifischen Ausprägung posttraditionaler Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren. Soziale Beziehungen, Gemeinschaft und zivilgesellschaftliche Strukturen entstanden im Umgang mit defizitärer Infrastruktur, überproportionaler Armutsgefährdung, einem wachsenden Anteil von Migranten sowie sogenannten Patchworkfamilien und schließlich in reflexiver Auseinandersetzung mit der negativen Außenwahrnehmung. Es ist zu fragen, inwieweit sich unter diesen besonderen Bedingungen Formen der Vergemeinschaftung herausbildeten, die für die Zeit nach dem Boom, ähnlich denen des schon besser untersuchten links-alternativen Milieus, als typisch gelten müssen. Gerade die Bewohnerinnen und Bewohner der Großsiedlungen waren den Folgen von Wertewandel und sozioökonomischen Strukturbruch besonders intensiv ausgesetzt, so dass zu erwarten ist, dass bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine neue und für die Zeit seit den 1970er Jahren typische Form der lokalen Soziabilität entstand.

Laufzeit: 2017 – 2020

Wohnungspolitiken in der EU

Leitung: PD Björn Egner & Prof. Dr. Kai Schulze

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Wohnungspolitik ist ein zentrales innenpolitisches Handlungsfeld, das sich erheblich zwischen den Mitgliedsstaaten der EU unterscheidet. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher nationaler Wohnungsbestände und wandelnder Wohnungsbedarfe haben sich eigene nationale wohnungspolitische Profile entwickelt, die bislang kaum aus einer international vergleichenden Perspektive untersucht wurden.

Angesichts ähnlicher Herausforderungen der Wohnraumversorgung hat das Projekt zum Ziel, einen umfassenden und systematischen Überblick über Ziele, Problemlagen, Steuerungsansätze und Akteure der nationalen Wohnungspolitik in allen EU-Mitgliedsstaaten zu verschaffen und besser zugänglich zu machen. Darüber hinaus sollen aktuelle wohnungspolitische Herausforderungen und Antworten unter diesen Aspekten beleuchtet werden. Dieser Überblick wird in einem weiteren Schritt dazu genutzt, strukturelle Gemeinsamkeiten der Wohnungspolitiken der Mitgliedsstaaten analytisch herauszuarbeiten und Ländergruppen zu bilden. Im Licht zunehmender grenzübergreifender Entwicklungen durch ökonomische Interdependenzen und überstaatliche Politiken der EU wird abschließend auch die Frage nach der Bedeutung europäischer Vorgaben für die nationalen Wohnungspolitiken umrissen.

Laufzeit: 2017 – 2020

Kopernikusprojekt “ENavi” (AP5)

Leitung: Prof. Dr. Michèle Knodt

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Im Kopernikusprojekt „ENavi“ beschäftigt sich das Team um Prof. Michèle Knodt mit der Koordination der und Partizipation an der Energietransformation in Deutschland. Dabei werden Prozesse auf verschiedenen Ebenen unter Einbezug der lokalen Ebene in die Analyse miteinbezogen. Durch die teilweise Dezentralisierung der Stromversorgung und Ausweitung der Transformation auf die Sektoren Wärme und Verkehr kommt der städtischen Ebene dabei eine besondere Bedeutung zu.

Laufzeit: 2016 – folgende

Fachbereich 01: Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

Auswirkungen des digitalen Transformationsprozesses auf die Immobilienwirtschaft und ihre Akteure

Leitung: Prof. Dr. Andreas Pfnür

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Das Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre hat im Januar 2018 ein 12-monatiges empirisches Forschungsvorhaben gestartet, in dem die Auswirkungen der digitalen Transformation im Zusammenwirken mit dem ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturwandel auf die Immobilienwirtschaft untersucht werden. Das Forschungsvorhaben wird von der Helaba Tochter OFB Projektentwicklung finanziell und inhaltlich unterstützt. Ziel des Projekts ist es, die Wirkungsmechanismen des Strukturwandels auf die Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft im ganzheitlichen Kontext zu verstehen sowie den Anpassungsbedarf der tradierten Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse zu identifizieren.

Zweck des Projekts: Erzeugung eines Big Pictures der digitalen Transformation in der Immobilienwirtschaft. Jeder in der Immobilienwirtschaft redet von Digitalisierung und Strukturwandel. Das Thema ist zweifelsohne in der Branche angekommen. Fragt man die Akteure allerdings danach, wo denn Handlungsbedarf besteht, erhält man kaum konkrete Antworten. Besucht man die zahlreichen Branchenevents und liest die bisherigen Studien, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen, verfestigt sich der Eindruck „vieler loser Enden“ mit zahlreichen inhaltlichen Fragmenten, die vielleicht zukünftig wichtig werden können, aber nicht müssen. Angesichts der zahlreichen fragmentierten Marktanalysen und Technologiebausteine wächst mit jedem neuen Beitrag die Gefahr, den Blick für das Wesentliche der digitalen Transformation zu verlieren und für die Unternehmen den effektiven Anpassungspfad der Immobilienwirtschaft zu verlassen. Das Projekt verfolgt deshalb den Zweck, die Treiber des Strukturwandels zu systematisieren und zeigen, welchem Handlungsdruck die einzelnen Akteure der Immobilienwirtschaft ausgesetzt sein werden.

Laufzeit: 2018 – 2019

Fachbereich 11: Material- und Geowissenschaften

Nachwuchsgruppe „SEE-URBAN-WATER“

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Jochen Hack

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SEE-URBAN-WATER is a Junior Research Group exploring innovative approaches for addressing water-borne challenges through planning and implementing nature-based solutions in river basins and urban regions. SEE-URBAN-WATER advances knowledge through a transdisciplinary process to assessing, developing, and implementing nature-based solutions with novel methods, tools and technologies. SEE-URBAN-WATER is based at Technische Universität Darmstadt and strongly cooperates with partners in Costa Rica and Nicaragua.

Laufzeit: 2018 – folgende

Fachbereich 13: Bau- und Umweltingenieurwissenschaften

SHOTUP – Sustainable and Health-Oriented Transport and Urban Planning

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze & Prof. Dr. Ing. Hans Joachim Linke

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Das Thema Gesundheit ist für die Bürger von großer Bedeutung, und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen nimmt auch aufgrund des wachsenden Wohlstands in unseren Gesellschaften zu. In der Stadtplanung und in der Verkehrsplanung werden die gesundheitlichen Auswirkungen bisher jedoch nicht ausreichend berücksichtigt. Darüber hinaus fehlen noch grundlegende Kenntnisse darüber, wie mit den bevorstehenden Zielkonflikten der Gesundheitsförderung mit anderen Zielen wie Barrierefreiheit und ökonomisch effizienten Entwicklungen umzugehen ist.

Beispiele für solche Zielkonflikte finden sich in aktuellen Entwicklungen mit dem Ziel der innerörtlichen Verdichtung zur Schaffung kürzerer Wege, die jedoch beispielsweise durch Einschränkungen in der Durchlüftung eine hohe Luftverschmutzung, Stress, Lärm und andere Faktoren begünstigen können, die die menschliche Gesundheit in den Räumen beeinflussen, in denen Anwohner und Pendler ihre Zeit verbringen. Hohe lokale Luftverschmutzungskonzentrationen werden hauptsächlich durch bestehende Fahrzeugtechnologien im motorisierten privaten und öffentlichen Verkehr und durch begrenzten Luftaustausch aufgrund ungeeigneter Gebäudestrukturen in vielen Stadtvierteln verursacht. Die aktuelle Planung von Quartieren findet daher in einem Spannungsfeld zwischen nachhaltiger Stadtentwicklung im Sinne des Klimaschutzes einerseits und der Gesundheit der Bewohner und Nutzer städtischer Infrastruktur andererseits statt. Bei der Stadt- und Verkehrsplanung ist auch zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die Verkehrstechnologien und das Verkehrsverhalten (z. B. automatisiertes Fahren, emissionsarme Fahrzeuge, Sharing-Dienste, aktiver Verkehr) große Veränderungen stattfinden. Um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, müssen solche Veränderungen bei der Entwicklung der städtischen Struktur und der Verkehrsinfrastruktur sorgfältig berücksichtigt werden

Ziel dieses Projektes ist es daher, die Interdependenzen zwischen Stadtstrukturen, Verkehrssystemen und Gesundheit aufzuzeigen, um die gesundheitsbezogenen Zielkonflikte in der Stadt- und Verkehrsentwicklung zu erarbeiten. Darüber hinaus werden Ideen internationaler Experten gebündelt und Strategien für die nachhaltige und gesundheitsorientierte Verkehrs- und Stadtplanung entwickelt. Diese Strategien sollen vor allem Möglichkeiten erarbeiten, um Transportsysteme, Verkehrsnachfrage und städtische Strukturen schrittweise in Abhängigkeit von externen und internen Veränderungen anzupassen, um jederzeit ein gesundes städtisches Umfeld für die Menschen zu ermöglichen und ständig die Auswirkungen auf die Gesundheit zu verbessern.

Laufzeit: 2019 – 2021

Aktivierung von Flächenpotenzialen für eine Siedlungsentwicklung nach innen – Beteiligung und Mobilisierung durch Visualisierung (AktVis)

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Hans Joachim Linke

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Gemeinsam mit der Forschungsgruppe Arbeits- und Ingenieurpsychologie der TU Darmstadt, dem Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD und drei Kommunen in Südhessen (Bensheim, Münster (Hessen) und Otzberg) wird aktuell im Themenfeld Ortsentwicklung gearbeitet. Mithilfe einer 3D-Visualisierung und einem intensiven Beteiligungsprozess wird versucht Eigentümer und Eigentümerinnen zur Innenentwicklung zu motivieren.

Laufzeit: 2017 – 2019

Fachbereich 15: Architektur

Stadtgestaltung und Mobilität

Leitung: Jun.-Prof. Dr. Ing Martin Knöll & Prof. Dr. Ing. Annette Rudolph-Cleff

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Link zum LOEWE Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“

Als Teilbereich des interdisziplinären LOEWE-Forschungsschwerpunkt Infrastruktur. Design. Gesellschaft. untersuchen wir Bausteine der Stadtgestaltung, welche ein multimodales Mobilitätsverhalten – Fußgänger, Fahrradfahrer, öffentlicher Nahverkehr und Sharing Systeme – im Ballungsraum Rhein-Main weiter etablieren.

Laufzeit: 2018 – 2021

SEGE – Stadtentwicklung ganzheitlich evaluieren

Leitung: Prof. Dr. Nina Gribat & Dr. Christian Rosen

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Im Forschungsprojekt SEGE (Stadtentwicklung ganzheitlich evaluieren) arbeiten wir an einem besseren Verständnis von Dynamiken und Entwicklungen in Secondary Cities in ihrem regionalen, nationalen und internationalen Kontext. Außerdem beschäftigen wir uns mit einer Weiterentwicklung von vorhandenen und bisher unvollständigen Definitionen von Secondary Cities sowie deren Implikationen für planerische, politische und soziale Fragestellungen. Wir arbeiten zudem mit den Evaluierungen von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit der KFW Entwicklungsbank in Secondary Cities, um besser zu verstehen, wie in der Entwicklungszusammenarbeit bisher mit dem Städtetyp Secondary City umgegangen wurde..

Anhand von qualitativen Fallstudien in Secondary Cities in Ghana (Techiman und Sunyani) und in Peru (Arequipa und Trujillo) beschreiben wir Entwicklungsprozesse ausgewählter Fälle in Secondary Cities ganz verschiedener Art gemäß ihrer Bevölkerungszahlen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Perspektiven. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Satellitenstudien in weiteren Städten anderer Staaten des globalen Südens.

Laufzeit: 2017 – 2018

Grün statt Grau – Gewerbegebiet im Wandel

Leitung: Prof. Dr. Jörg Dettmar

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Mithilfe veränderter Handlungskonzepte, optimierter Flächenfunktionalität und tragfähiger Stakeholdernetzwerke werden in Frankfurt, Marl und Remscheid in einem dreijährigen Modellprojekt Wege erarbeitet, um Gewerbegebiete in eine nachhaltige Stadtentwicklung einzubeziehen. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Sozial-ökologische Forschung – Forschungsprogramm Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ des BMBF gefördert.

Verbundforschungsvorhaben mit dem Wissenschaftsladen Bonn e.V. (Leitung), Universität Osnabrück, Global Natur Fund, Stadt Remscheid, Stadt Marl, Stadt Frankfurt am Main.

Wissenschaftliche Verbundpartner in diesem Modellprojekt sind die Technische Universität Darmstadt und die Universität Osnabrück sowie der Global Nature Fund (GNF).

Laufzeit: 2016 – 2019

Der multimediale Raum Olympia (Griechenland) – Landschaftsarchäologische Untersuchungen zu Struktur, Interdependenzen und Wandel räumlicher Vernetzungen

Leitung: Prof. Dr. Franziska Lang (u.a.)

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Die Bedeutung des Heiligtums von Olympia muss kaum betont werden: Der archäologischen Forschung, die es erst erschlossen hat, dient es als Referenz für wichtige Fundgattungen und Methoden. Das hat auf die Geschichtswissenschaft gewirkt, die hier einen der für die griechische und damit für die gesamte antike Kultur zentralen Ort besser zu verstehen lernte.

Die Ausstrahlung, die von den Ausgrabungen ausging, hatte schließlich auch großen Anteil an der Formung der olympischen Idee der Neuzeit, die den Namen weltbekannt machte. Die archäologische Forschung konzentrierte sich aus guten Gründen auf diesen Punkt und brachte über lange Zeiten hinweg reiche Erträge, die vorzüglich dokumentiert sind und in jüngerer Zeit insbesondere die Kenntnisse über die Frühgeschichte des Heiligtums verbessert haben.

In enger Kooperation mit anderen Partnern und Partnerinnen wollen die Antragsteller und Antragstellerinnen diese günstigen Voraussetzungen nutzen, um einen neuen Schritt zu unternehmen: Erstmalig soll der Platz in seinem regionalen Umfeld kontextualisiert und in seiner historischen Entwicklung und Relevanz für die Entwicklung der regionalen Kulturlandschaft beleuchtet werden. Moderne interdisziplinäre Ansätze und Methoden eröffnen die Möglichkeit, Olympia in seiner Paläoumwelt für unterschiedliche Phasen seiner Entwicklung zu lokalisieren und gegenseitige Beeinflussungen zwischen Kultstätte einerseits und Umwelt andererseits zu erfassen. Zentral ist dabei das Verständnis des Heiligtums als Fokus für politische wie auch kulturgeschichtliche Gestaltung, das durch eine integrale archäologische, historische und geoarchäologische Analyse erreicht wird.

Laufzeit: 2015 –