Laufende Forschungsprojekte

Folgende Forschungsprojekte werden momentan von Mitgliedern der AG Interdisziplinäre Stadtforschung bearbeitet.

Beteiligte Professor_innen: Carolin Bock, Jens Ivo Engels, Bernd Freisleben, Kurt Geihs, Iryna Gurevych, Matthias Hollick (Leitung), Gerrit Hornung, Anja Klein, Uwe Klingauf, Michèle Knodt, Heinz Koeppl, Mira Mezini, Max Mühlhäuser, Peter Pelz, Christian Reuter, Stefan Roth, Annette Rudolph-Cleff, Guido Salvaneschi, Bernhard Seeger, Florian Steinke, Ralf Steinmetz, Abdelhak Zoubir, Oskar von Stryk

Laufzeit: 2020-2023

Die TU Darmstadt kann im Rahmen des hessischen Forschungsförderungsprogramms LOEWE ein neues Zentrum etablieren – es trägt den Titel „Die Resiliente Digitale Stadt” und wird bis Ende 2023 mit insgesamt 17,4 Millionen Euro gefördert. Dies gab das Hessische Wissenschaftsministerium bekannt.

Das LOEWE-Zentrum „emergenCITY“ („Resiliente Digitale Stadt“) wird Lösungen erarbeiten, die in Krisenfällen einen Notbetrieb für und mit Informations- und Kommunikationstechnologien sicherstellen, schnelle Hilfe ermöglichen und eine effiziente Rückkehr zur Normalität unterstützen. Dazu muss sich die Technologie bereits im Normalbetrieb kontinuierlich „selbst-vorbereitend“ auf Krisensituationen einstellen und diese autonom detektieren, so Hollick. In Notlagen sollen überlebenswichtige Dienste beschleunigt bereitgestellt werden. Das gewonnene Erfahrungswissen soll helfen, bei künftigen kritischen Situationen besser vorbereitet zu sein.

Das ist auch dringend erforderlich: Im Jahr 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Für das Wachstum von Städten sind anpassungsfähige und effiziente Infrastrukturen unerlässlich. Digitale Städte der Zukunft nutzen vermehrt Informations- und Kommunikationstechnologien, um vernetzte Infrastrukturen etwa in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Staat und Verwaltung bereitzustellen. Die Abhängigkeit dieser Systeme aus Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt stetig zu – und sie werden durch Naturereignisse, menschliches und technisches Versagen sowie Gewalt und Terror verwundbar.

Kollektive Handlungsprobleme und Einfluss lokaler intergouvernementaler Vereinigungen

Leitung: Prof. Dr. Nathalie Behnke

Laufzeit: 2021 – 2024

Dieses Projekt untersucht kommunale Spitzenverbände und ihre Rolle in intergouvernementalem Lobbying. Kommunen haben in föderalen Systemen kein verfassungsmäßig garantiertes Recht, sich an der Gesetzgebung höherer Ebenen zu beteiligen. Umgekehrt beeinflusst die Gesetzgebung direkt ihren Aufgabenbestand und ihre Ressourcenausstattung und damit ihre Handlungsmöglichkeiten. Um die Gesetzgebung der höheren Ebenen informell zu beeinflussen, bilden sie intergouvernementale Vereinigungen. Diese sind nichthierarchische freiwillige Gruppierungen. Daraus folgt, dass sie, um erfolgreiches Lobbying zu betreiben, kollektive Handlungsprobleme überwinden müssen, die in ihrer Struktur inhärent sind, und dass sie die Fähigkeit erlangen müssen, unabhängig von den Partikularinteressen ihrer Mitglieder zu handeln. Darüber hinaus wird angenommen, dass der Erfolg der Vereinigungen auch davon beeinflusst wird, welche Stellung die Kommunen im föderalen Gefüge haben, die über föderale Staaten hinweg variiert.

Basierend auf diesen Annahmen zielt das Projekt darauf, 1. erstens die Grade an kollektiver Handlungsfähigkeit kommunaler Vereinigungen zu messen und deren mögliche Variation zu erklären. Die Erklärung der Grade an kollektiver Handlungsfähigkeit geht von der Annahme aus, dass die Handlungsfähigkeit eine Funktion a) der Handlungsressourcen ist, über die die nicht-hierarchischen kollektiven Akteure verfügen sowie b) der Autonomie, die sie in kollektiven Entscheidungsprozessen gewinnen können. Muster der Ähnlichkeit und Variation deuten auf kausale Beziehungen zwischen strukturellen Eigenschaften der Vereinigungen sowie von Mechanismen einerseits und Graden nichthierarchischer kollektiver Handlungsfähigkeit andererseits; 2. zweitens den Einfluss kommunaler Spitzenverbände auf die Bundesgesetzgebung nachzuvollziehen und auf diese Weise den Erfolg intergouvernementalen Lobbyings zu messen. Indem systematisch Textdokumente von frühen Positionspapieren über die verschiedenen Schritte des Gesetzgebungsprozesses hinweg mit Hilfe von Diskursanalyseverfahren verglichen werden, kann das Ausmaß erfasst werden, in dem die Interessen der Vereinigungen in den Gesetzgebungsprozess eingespeist werden konnten, und über Vereinigungen und Gesetzgebungsprozesse hinweg verglichen werden; 3. drittens, Bedingungen für erfolgreiches intergouvernementales Lobbying in verschiedenen föderalen Architekturen zu formulieren, indem die erreichten Grade an kollektiver Handlungsfähigkeit einerseits mit dem Lobbyerfolg, andererseits innerhalb und zwischen föderalen Staaten verglichen werden.

Politische Institutionalisierung von Klimaschutzmaßnahmen auf der subnationalen Ebene in Schwellenländern

Leitung: Prof. Dr. Markus Lederer & Harald Fuhr, Universität Potsdam

Laufzeit: 2021 – 2023

Während in der Literatur das Aufkommen von Klimaschutzexperimenten vermehrt untersucht und die Notwendigkeit einer Transformation zur kohlenstoffarmen Gesellschaft beschrieben wurde, gibt es wenig umweltpolitische Forschung über die Bedingungen, die eintreffen müssen, um die Lücke zwischen Experimenten und Transformation zu schließen. Daher ist das Ziel zu erklären, warum die politische Institutionalisierung von Klimaschutz in unterschiedlichem Tempo voranschreitet und warum in manchen Fällen es wenig Fortschritt gab oder auch Rückschritte auftraten.

Dieser Fokus ist von theoretischer Relevanz, da das Projekt die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für den (Nicht-)Wandel von inländischer politischer Institutionalisierung in der globalen Politikgestaltung analysiert und dabei auf die Literaturen über Struktur (d.h. Geographie, Märkte, politisch-administrative Konfiguration, normative Ordnung), Agency (staatliche und nichtstaatliche Leadership) und Mehrebenenpolitik (inter-/transnationale und inländische Politikprozesse) zurückgreift. Empirisch fokussieren wir auf die Sektoren Energie und Landwirtschaft und untersuchen subnationale Jurisdiktionen und städtische Räume innerhalb von vier demokratisch, dezentralen Schwellenländern mit hohen Treibhausgasemissionen (Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika) zwischen 2005 und 2021.

Local State-Society Relations (LSSR)

Leitung: apl. Prof. Dr. Björn Egner und Prof. Dr. Hubert Heinelt

Laufzeit: 2020

Gemeinsam mit Kollegen aus 20 anderen europäischen Staaten werden in diesem Rahmen Angehörige von Netzwerken auf der lokalen Ebene befragt, die eine Schnittstelle zwischen lokalem Staat und lokaler Zivilgesellschaft bilden. Ziel des Projektes ist, mehr über die Rekrutierung und Einstellungen der Mitglieder der Netzwerke sowie die Netzwerke selbst zu erfahren.

Biodiversitätskulturen in Stadt und Land – Integrative Forschung zur Förderung der Insektenvielfalt auf Grünflächen

Leitung: Prof. Dr. Nico Blüthgen (Federführung) , Dr. Nadja Simons (FB Biologie), Prof. Dr. Nina Janich, Prof. Dr. Markus Lederer und Prof. Dr. Alfred Nordmann

Laufzeit: 2020 – 2021

Gefördert durch BMBF im Rahmen der FONA „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“

Kommunale Klimaanpassung im Vergleich – Die Diffusion von Politikinnovationen

Leitung: Prof. Dr. Kai Schulze & Institut Wohnen und Umwelt (IWU)

Laufzeit: 2019 – 2021

Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel gelten als unvermeidlich und bilden neben dem Klimaschutz eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Den Städten und Gemeinden kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu, da hier geeignete Anpassungsmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden müssen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wie Innovationen in der kommunalen Klimaanpassung und ihre Verbreitung gefördert werden können, eine zunehmend größere Bedeutung. Das Projekt konzentriert sich auf den zweiten Teil dieser Frage indem es untersucht, wie die Verbreitung bzw. Diffusion innovativer kommunaler Klimaanpassungspolitik erklärt und damit am besten gefördert werden kann. Obwohl die Diffusion aktuell als besonders erfolgversprechende Form der klimapolitischen Steuerung gepriesen wird, wissen wir noch erstaunlich wenig über ihre Funktionsweise und die zugrundeliegenden kausalen Mechanismen. Dies gilt besonders für den Bereich der Klimaanpassung und die lokale Politik außerhalb von Großstädten.

Vor diesem Hintergrund zielt das beantragte Projektvorhaben zunächst darauf ab, den gegenwärtigen Stand der lokalen Klimaanpassungspolitik in den hessischen Kommunen festzustellen. Zudem sollen einschlägige Formen der interkommunalen Interaktion identifiziert werden, um besser zu verstehen wie Diffusionsprozesse funktionieren. Das Flächenland Hessen bietet sich als Fallstudie besonders an, da es mit nur 5 Großstädten bei 421 Klein- und Mittelstädten sowie Gemeinden ohne Stadtrechte bezüglich seiner Verwaltungs- und Siedlungsstruktur die kommunale Vielfalt in Deutschland vergleichsweise gut widerspiegelt. In einem weiteren Schritt sollen dann auf Grundlage der erzielten Erkenntnisse konkrete Empfehlungen zur gezielten Unterstützung von Diffusionsprozessen in der Klimaanpassungspolitik entwickelt werden.

Kiez in der Tourismusfalle?

Leitung: Prof. Dr. Sybille Frank & Prof. Dr. Kristin Wellner (TU Berlin)

Laufzeit: 2018 – 2021

Städtetourist/-innen beschränken sich in jüngerer Zeit nicht mehr nur auf die Besichtigung klassischer Sehenswürdigkeiten, sondern sie begeben sich verstärkt auf die Suche nach dem lokalen, ‚authentischen‘ Lebensgefühl vor Ort. Dies schließt zunehmend auch Übernachtungen in innerstädtischen Kiezen ein. Im Projekt wird untersucht, ob und wie die wahrgenommene Wohnqualität von Anwohner/-innen in vier Berliner Wohnquartieren durch unterschiedliche Dichten (in)formeller Übernachtungsangebote beeinflusst wird.

Berlin hat sich seit den 1990er Jahren auf Tourismus als Wirtschaftssektor spezialisiert und hier seitdem höchste Wachstumsraten erzielt. Zudem zeichnet sich Berlin durch einen dynamischen Immobilienmarkt mit hohen Preissteigerungen aus. Auf der Mikroebene untersucht das Projekt, ob und wie sich die Wohnqualität von Anwohner/-innen durch zunehmenden Tourismus verändert hat und welche Narrative zur Erklärung dieser wahrgenommenen Veränderungen herangezogen werden. Hierzu werden leitfadengestützte qualitative Interviews mit Anwohner/-innen durchgeführt. Das gewonnene Material wird in einem zweiten Schritt in quartiersinternen Fokusgruppen zusammengeführt, verglichen und plausibilisiert. Parallel dazu werden auf der Mesoebene Angebots-, Nachfrage- und Mietpreisverschiebungen anhand vorliegender Marktdaten analysiert sowie eine Kartierung der Nutzungsarten in den jeweiligen Quartieren heute und vor zehn Jahren vorgenommen. Die gewonnen Daten werden zu den durch Anwohner/-innen wahrgenommenen Veränderungen in Bezug gesetzt, um Interviewaussagen validieren sowie Diskrepanzen erkennen und diesen im Rahmen der Fokusgruppen genauer nachgehen zu können. Auf der Makroebene nimmt das Projekt die Rolle des öffentlichen Diskurses über Tourismus in den Fokus. Mittels einer Medienanalyse werden Zeitungen und stadtpolitische Blogs ausgewertet, um den möglichen Einfluss dortiger Diskurse auf die Wahrnehmung von Wohnqualität in den Quartieren erkennen zu können. Die erzielten Forschungsergebnisse werden sowohl im Rahmen eines öffentlichen Open Space als auch über Publikationen präsentiert.

Conditions for Institutional and Cultural Innovation in German and Greek cities (CICI)

Leitung: Prof. Dr. Hubert Heinelt & apl. Prof. Dr. Björn Egner

Laufzeit: 2018 – 2021

CICI is an ongoing research project (from April 2018 to September 2021) at Technische Universität Darmstadt carried out in collaboration with the National and Kapodistrian University of Athens. Some cities manage to mobilize innovation potentials and respond to challenges like demographic change and immigration as well as economic restructuring, while others do not. The research project address the problem of lacking innovation and how it can be solved by asking the following question: What are the conditions for the development of cultural and institutional innovation in local government and local civil society?

To answer this question, i.e. to identify these conditions, a comparison of five German and five Greek cities is carried out. These cities are selected because they are perceived by the respective local community as well as in the German resp. Greek debate as success cases of innovation in local government and local civil society.

From this perspective it is also reasonable to define innovation not in an abstract and general way but to contextualise the definition of innovation, i.e. to take the notion (meaning) of innovation seriously into account which has emerged in the context of a given case (the city or the particular country). Such an approach requires a qualitative research.

Research findings will be concrete outcomes (like reflections about the formation, functioning and effects of networks, as for example ‘Innovathens’ or ‘Impact Hub’ in Greece). These findings will be discussed and disseminated in both countries with partners who have strong links to possible end-users (municipalities and other local actors). Furthermore, dissemination is also planned across a wider international context – such as countries in the Black Sea region and China.

Großsiedlungen in der Krise? Modernekritik und Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren

Leitung: PD Dr. Sebastian Haumann & Prof. Dr. Dieter Schott

Laufzeit: 2017 – 2021

Der Wandel der Großsiedlungen von Laboratorien der Moderne zu sozialen Brennpunkten koinzidierte mit dem sozioökonomischen Strukturbruch und dem Wertewandel, die als charakteristische Merkmale der 1970er Jahre gelten. In dem Wandel, den die Großsiedlungen durchliefen, wirkte eine gesellschaftliche Umwertung von Wohnpräferenzen mit tiefgreifenden sozialstrukturellen Veränderungen zusammen.

Die Ablehnung der Großsiedlungen, die aus einer zunehmenden Modernekritik resultierte, überlagerte sich mit neuen Phänomenen der Armut, Migration und neuen Familienstrukturen, die sich in Verschiebungen auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar machten. Zudem waren die Großsiedlungen von den ökonomischen Umbrüchen der 1970er Jahre besonders betroffen: die Kritik an den Siedlungen konnte auf unvollständige Infrastruktur und mangelnde Instandhaltung verweisen. Nichtsdestotrotz bildeten sich in den Großsiedlungen funktionsfähige lokale Gemeinschaften; auf diesen Sachverhalt hat die jüngere Forschung wiederholt hingewiesen. Allen widrigen Umständen zum Trotz, bauten Bewohnerinnen und Bewohner zivilgesellschaftliche Strukturen und ein Gemeinwesen auf, das bauliche, sozialstrukturelle und ökonomische Schwierigkeiten teilweise auffangen konnte und sich der gesellschaftlichen Abwertung entgegenstemmte.Die Untersuchung des Wandels, dem Großsiedlungen unterworfen waren, verspricht für die Erforschung und Interpretation der 1970er Jahre wichtige neue Erkenntnisse. Insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen der negativen Außenwahrnehmung der Siedlungen einerseits und dem Entstehen von funktionsfähigen Formen der Vergemeinschaftung in den Siedlungen andererseits wirft Fragen auf. Die negative Bewertung, die durch die sozialstrukturelle Entwicklung verstärkt wurde, war Ausgangspunkt und Basis für neue Formen der Vergemeinschaftung, die sich in Reaktion auf diese Abwertung und die Massierung sozioökonomischer Problemlagen herausbildeten. Damit gibt die Untersuchung von Großsiedlungen Einblick in die Genese einer spezifischen Ausprägung posttraditionaler Vergemeinschaftung in den 1970er Jahren. Soziale Beziehungen, Gemeinschaft und zivilgesellschaftliche Strukturen entstanden im Umgang mit defizitärer Infrastruktur, überproportionaler Armutsgefährdung, einem wachsenden Anteil von Migranten sowie sogenannten Patchworkfamilien und schließlich in reflexiver Auseinandersetzung mit der negativen Außenwahrnehmung. Es ist zu fragen, inwieweit sich unter diesen besonderen Bedingungen Formen der Vergemeinschaftung herausbildeten, die für die Zeit nach dem Boom, ähnlich denen des schon besser untersuchten links-alternativen Milieus, als typisch gelten müssen. Gerade die Bewohnerinnen und Bewohner der Großsiedlungen waren den Folgen von Wertewandel und sozioökonomischen Strukturbruch besonders intensiv ausgesetzt, so dass zu erwarten ist, dass bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine neue und für die Zeit seit den 1970er Jahren typische Form der lokalen Soziabilität entstand.

Nachwuchsgruppe „SEE-URBAN-WATER“

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Jochen Hack

Laufzeit: 2018 – folgende

SEE-URBAN-WATER is a Junior Research Group exploring innovative approaches for addressing water-borne challenges through planning and implementing nature-based solutions in river basins and urban regions. SEE-URBAN-WATER advances knowledge through a transdisciplinary process to assessing, developing, and implementing nature-based solutions with novel methods, tools and technologies. SEE-URBAN-WATER is based at Technische Universität Darmstadt and strongly cooperates with partners in Costa Rica and Nicaragua.

SHOTUP – Sustainable and Health-Oriented Transport and Urban Planning

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze & Prof. Dr. Ing. Hans Joachim Linke

Laufzeit: 2019 – 2021

Das Thema Gesundheit ist für die Bürger von großer Bedeutung, und das Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen nimmt auch aufgrund des wachsenden Wohlstands in unseren Gesellschaften zu. In der Stadtplanung und in der Verkehrsplanung werden die gesundheitlichen Auswirkungen bisher jedoch nicht ausreichend berücksichtigt. Darüber hinaus fehlen noch grundlegende Kenntnisse darüber, wie mit den bevorstehenden Zielkonflikten der Gesundheitsförderung mit anderen Zielen wie Barrierefreiheit und ökonomisch effizienten Entwicklungen umzugehen ist.

Beispiele für solche Zielkonflikte finden sich in aktuellen Entwicklungen mit dem Ziel der innerörtlichen Verdichtung zur Schaffung kürzerer Wege, die jedoch beispielsweise durch Einschränkungen in der Durchlüftung eine hohe Luftverschmutzung, Stress, Lärm und andere Faktoren begünstigen können, die die menschliche Gesundheit in den Räumen beeinflussen, in denen Anwohner und Pendler ihre Zeit verbringen. Hohe lokale Luftverschmutzungskonzentrationen werden hauptsächlich durch bestehende Fahrzeugtechnologien im motorisierten privaten und öffentlichen Verkehr und durch begrenzten Luftaustausch aufgrund ungeeigneter Gebäudestrukturen in vielen Stadtvierteln verursacht. Die aktuelle Planung von Quartieren findet daher in einem Spannungsfeld zwischen nachhaltiger Stadtentwicklung im Sinne des Klimaschutzes einerseits und der Gesundheit der Bewohner und Nutzer städtischer Infrastruktur andererseits statt. Bei der Stadt- und Verkehrsplanung ist auch zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die Verkehrstechnologien und das Verkehrsverhalten (z. B. automatisiertes Fahren, emissionsarme Fahrzeuge, Sharing-Dienste, aktiver Verkehr) große Veränderungen stattfinden. Um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, müssen solche Veränderungen bei der Entwicklung der städtischen Struktur und der Verkehrsinfrastruktur sorgfältig berücksichtigt werden

Ziel dieses Projektes ist es daher, die Interdependenzen zwischen Stadtstrukturen, Verkehrssystemen und Gesundheit aufzuzeigen, um die gesundheitsbezogenen Zielkonflikte in der Stadt- und Verkehrsentwicklung zu erarbeiten. Darüber hinaus werden Ideen internationaler Experten gebündelt und Strategien für die nachhaltige und gesundheitsorientierte Verkehrs- und Stadtplanung entwickelt. Diese Strategien sollen vor allem Möglichkeiten erarbeiten, um Transportsysteme, Verkehrsnachfrage und städtische Strukturen schrittweise in Abhängigkeit von externen und internen Veränderungen anzupassen, um jederzeit ein gesundes städtisches Umfeld für die Menschen zu ermöglichen und ständig die Auswirkungen auf die Gesundheit zu verbessern.

Restricted Area oder Interaktionsraum zwischen Kaiser und Civitas? Wegeführung und Erschließung der Trierer Kaiserresidenz

Leitung: Dr. Maria Carmen D'Onza

Laufzeit: 2019 – 2022

Die spätantiken Residenzen der römischen Kaiser boten den baulichen Rahmen für vielfältige Interaktionsformen zwischen unterschiedlichen Gruppen. Darüber hinaus waren sie auch Ausdruck und Manifestation der jeweiligen Herrschaftsauffassung im Stadtraum. Die Schriftquellen betonen, dass der Kontakt zum Kaiser in der Spätantike festen Regeln unterlag und dieser zunehmend seine weltliche Distanzierung in einem elaborierten Zeremoniell inszenierte. Im gleichen Maße aber wie die Entrücktheit des Kaisers betont wird, beschreiben die antiken Quellen dessen civilitas – Bürgernähe.

Entrücktheit und Civilitas – beides musste der Kaiser ausgewogen und am passenden Ort zur Schau stellen, um sich die Akzeptanz der Bevölkerung zu sichern. Vieles deutet darauf hin, dass die spätantiken Kaiser nicht nur mit ihren Audienzhallen und Residenzen Herrschaftspräsentation betrieben, sondern auch den Stadtraum der Residenzstädte für ihre Zwecke massiv umwandelten.

Es ist aber unklar, inwieweit das performativ von den Kaisern zur Schau gestellte Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz zur Öffentlichkeit in den jeweiligen Palastarealen eine städtebauliche und architektonische Entsprechung fand.

Unter den bekannten Kaiserresidenzen des 4. Jhs. bietet sich Trier wegen der hohen Befunddichte im sogenannten Palastareal und der sehr guten Dokumentationslage zur Entwicklung, Gestalt und Infrastruktur der antiken Stadt in besonderem Maße an, der zugrundeliegenden Konzeption des Palastareals und der kaiserlichen Herrschaftspräsentation im Stadtraum nachzugehen.

Zentrale Frage des Foschungsprojektes ist, ob der Palastbezirk in Trier als ein klar vom umliegenden Stadtgefüge abgegrenzter Bereich oder mit diesem über Platzanlagen und Straßen eng verzahnt war.

Das Projekt wird erstmals einen systematischen Zugriff auf das Trierer Material bieten, um eine synthetische Analyse des gestalteten und gelenkten Straßenraums zwischen Stadt und Pa-lastareal zu erstellen. Dies erfolgt über die Herausarbeitung der sich wandelnden Erschlie-ßungssysteme und Funktionen dieses Stadtviertels vom 1. bis zum Ende des 4. Jhs. in Hinblick auf bauliche Veränderungen, Weiternutzung von Gebäuden, Straßen und Plätzen.

Urban Sustainable Mobility in Focus: student education, community involvement and participative planning – UrbanSCOPE

Leitung: apl. Prof. Dr. Ing Martin Knöll

Laufzeit: 2019 – 2022

Hauptziel dieses von der EU im Erasmus+ Programm geförderten Projektes ist die Förderung nachhaltiger urbaner Mobilität durch Bildung und aktive Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung. Das Projekt wird neue pädagogische Inhalte und Werkzeuge wie Serious Games entwickeln und erforschen, die in unterschiedlichen formellen und informellen Lernumgebungen (Hochschulbildung, Familienbildung, Sekundarbildung) angepasst und erprobt werden.

Stadtgestaltung und Mobilität

Leitung: apl. Prof. Dr. Ing Martin Knöll & Prof. Dr. Ing. Annette Rudolph-Cleff

Laufzeit: 2018 – 2021

Link zum LOEWE Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“

Als Teilbereich des interdisziplinären LOEWE-Forschungsschwerpunkt Infrastruktur. Design. Gesellschaft. untersuchen wir Bausteine der Stadtgestaltung, welche ein multimodales Mobilitätsverhalten – Fußgänger, Fahrradfahrer, öffentlicher Nahverkehr und Sharing Systeme – im Ballungsraum Rhein-Main weiter etablieren.

Der multimediale Raum Olympia (Griechenland) – Landschaftsarchäologische Untersuchungen zu Struktur, Interdependenzen und Wandel räumlicher Vernetzungen

Leitung: Prof. Dr. Franziska Lang (u.a.)

Laufzeit: 2015 –

Die Bedeutung des Heiligtums von Olympia muss kaum betont werden: Der archäologischen Forschung, die es erst erschlossen hat, dient es als Referenz für wichtige Fundgattungen und Methoden. Das hat auf die Geschichtswissenschaft gewirkt, die hier einen der für die griechische und damit für die gesamte antike Kultur zentralen Ort besser zu verstehen lernte.

Die Ausstrahlung, die von den Ausgrabungen ausging, hatte schließlich auch großen Anteil an der Formung der olympischen Idee der Neuzeit, die den Namen weltbekannt machte. Die archäologische Forschung konzentrierte sich aus guten Gründen auf diesen Punkt und brachte über lange Zeiten hinweg reiche Erträge, die vorzüglich dokumentiert sind und in jüngerer Zeit insbesondere die Kenntnisse über die Frühgeschichte des Heiligtums verbessert haben.

In enger Kooperation mit anderen Partnern und Partnerinnen wollen die Antragsteller und Antragstellerinnen diese günstigen Voraussetzungen nutzen, um einen neuen Schritt zu unternehmen: Erstmalig soll der Platz in seinem regionalen Umfeld kontextualisiert und in seiner historischen Entwicklung und Relevanz für die Entwicklung der regionalen Kulturlandschaft beleuchtet werden. Moderne interdisziplinäre Ansätze und Methoden eröffnen die Möglichkeit, Olympia in seiner Paläoumwelt für unterschiedliche Phasen seiner Entwicklung zu lokalisieren und gegenseitige Beeinflussungen zwischen Kultstätte einerseits und Umwelt andererseits zu erfassen. Zentral ist dabei das Verständnis des Heiligtums als Fokus für politische wie auch kulturgeschichtliche Gestaltung, das durch eine integrale archäologische, historische und geoarchäologische Analyse erreicht wird.

Secure Urban Infrastructure (SecUrban)

Leitung: Prof. Dr. Christian Reuter, Prof. Dr. Matthias Hollick, Prof. Dr. Max Mühlhäuser, Prof. Dr. Joachim Vogt (alle TU Darmstadt); Fraunhofer IGD, Frauhofer SIT

Laufzeit: 2020 –

The operation of smart urban infrastructure is at peril if the availability of secure information and communication systems cannot be guaranteed. To be able to collect, process, and disseminate the vast amount of data generated in both critical infrastructures as well as in other urban cyber-physical infrastructures, communication networks are of utmost importance. Hence, the secure and resilient operation of the critical infrastructure Information and Communication is the basis for operation of all other critical infrastructures: Energy, Finance and Insurances, Food, Government and Public Administration, Health, Media and Culture, Transport and Traffic, and Water.

The main goal of SecUrban is to provide secure and reliable information and communication infrastructure (ICT) for critical infrastructures (CI) to achieve understandable and actionable security solutions, using the Digitalstadt Darmstadt as an empirical case.

Funding: This research work has been funded by the German Federal Ministry of Education and Research and the Hessen State Ministry for Higher Education, Research and the Arts within their joint support of the National Research Center for Applied Cybersecurity ATHENE.